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By Thomas Bernhard

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Glück auf, Glück ab. Krimi

Band 1 der Rainer Esch-ReiheDer Fahrsteiger Klaus Westhoff wird tot aufgefunden. Selbstmord, sagt die Polizei. Doch warum? Die Schwesterdes Toten, Stefanie Westhoff, will es wissen und suchtgemeinsam mit ihren Freunden Rainer Esch und Cengiz Kayanach Gründen. Dabei stoßen sie auf die dubiose Investment-firma _Take off_, deren Betreiber es nicht nur auf dasmühsam Ersparte der Bergleute abgesehen haben.

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Wenn wir das fünfzigste Jahr überschritten haben, kommen wir uns gemein vor und charakterlos, dachte ich, wie lange wir diesen Zustand aushalten, ist die Frage. Viele bringen sich im einundfünfzigsten Jahr um, dachte ich. Viele im zweiundfünfzigsten, aber mehr im einundfünfzigsten. Es ist gleichgültig, ob sie sich im einundfünfzigsten umbringen oder ob sie im einundfünfzigsten eines, wie gesagt wird, natürlichen Todes sterben, gleich, ob sie sterben wie Glenn oder ob sie sterben wie Wertheimer.

Durch pausenloses Gehen durch Wien hatte Wertheimer sich zu retten versucht, aber dieser Versuch ist gescheitert, Rettung war nicht mehr möglich, Aufsuchen der von ihm geliebten Arbeiterviertel im Zwanzigsten und Einundzwanzigsten Bezirk, der Brigittenau vor allem, von Kaisermühlen vor allem, des Praters mit seinen Unzüchtigkeiten, die Zirkusgasse, die Schüttelstraße, die Radetzkystraße etcetera. Monatelang war er durch Wien gelaufen, Tag und Nacht, bis zum Zusammenbruch. Es nützte nichts mehr.

Berall ist dieser hundsgemeine Sozialismus unserer hundsgemeinen Sozialisten, die den Sozialismus gegen das Volk ausnützen, es mit der Zeit so gemein gemacht haben, wie sie selbst sind. Überall, wohin wir auch schauen heute, ist dieser tödliche Gemeinsozialismus zu sehen, zu fühlen, alles hat er durchdrungen. Die Zimmer in diesem Gasthaus kenne ich, dachte ich, sie sind todbringend. Den Gedanken, daß ich nur zu dem Zweck, das Jagdhaus nocheinmal zu sehen, nach Wankham gegangen bin, empfand ich augenblicklich als einen infamen.

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